Mülheim wird von der Ruhr durchflossen, die große Teile des Stadtgebietes prägt. In Süden von Mülheim sind es die Saarner und Mintarder Ruhraue mit ihrer ländlichen Prägung. Von der Stadtmitte bis Styrum hin ziehen sich links der Ruhr große Bereiche hin, in denen Trinkwasser aus der Ruhr gewonnen wird. Rechts der Ruhr ist das Ufer und die Ruhraue seit mehr als einhundert Jahren dicht bebaut und von großen Industriebetrieben genutzt.
Es gibt verschiedene Handlungsfelder der Wasserwirtschaft im Zuge der Anpassung an ein anderes Klima.
Hierzu zählen auch die aufeinander abgestimmte Bachentflechtung, Gewässeroffenlegung und Entsiegelung, Zahlreiche Mülheimer Bäche entwässern zur Ruhr hin, die hier die Vorflut bildet. Viele davon sind im dicht bebauten Projektgebiet schon sehr lange nicht mehr erkennbar. Sie sind unterirdisch verroht und entwässern zusammen mit Abwässern in der Kläranlage Duisburg Kaßlerfeld. Diese Bäche können ihr Wasser somit nicht der Ruhr zuführen.
Im Plangebiet von InnovationCity besteht die Möglichkeit, große versiegelte öffentliche Flächenbereiche wie z.B. Schulgelände zu entsiegeln und das nicht verunreinigte Niederschlagswasser wieder dem natürlichen Wasserkreislauf zuzuführen. Die Möglichkeiten von Versickerungen müssten im Einzelfall geprüft werden, da hier auch die notwendigen Voraussetzungen durch den anstehenden Boden gegeben sein müssen.
Es gibt auch Bereiche, in denen die Einleitung von nicht verunreinigtem Niederschlagswasser in ein oberirdisches Gewässer möglich wäre. Hierzu zählt der Bereich um das heutige Horbachtal. Am Ende des Tales verschwindet der Bach heute in der Kanalisation. Da der Horbach aber heute nur teilweise als Oberflächengewässer existiert, wäre es nicht nur interessant, sondern auch ökologisch sinnvoll, für diesen Bach wieder eine Gewässertrasse zu finden, um ihn wieder, wie in alten Zeiten, in die Ruhr einmünden zu lassen.