Immer kleinere dezentrale Stromerzeuger wie z.B. Windkraftanlagen, Blockheizkraftwerke und Solaranlagen speisen ihren Strom in ein Leitungsnetz ein, dass in der Vergangenheit ausschließlich von Großkraftwerken beliefert wurde. Dies stellt die Netzwerkbetreiber vor völlig neue Herausforderungen. Ein Stromnetz, das eine beidseitige Kommunikation von Netzwerkbetreibern, Stromlieferanten und Stromabnehmern realisiert, bietet zukunftsweisende Möglichkeiten den Energiefluß zu steuern, Energieverluste zu vermeiden und den CO2 Ausstoss zu vermindern.
Solche intelligenten Stromnetze werden auch als Smart Grid bezeichnet. Es sind datentechnisch vernetzte Systeme, in denen der eingespeiste Strom, der Verbrauch und der Transport eine Analyse und Steuerung durchlaufen.
Smart Grids stehen am Anfang ihrer Entwicklung!
In einem ersten Schritt werden zur Zeit in Mülheim die herkömmlichen Stromzähler durch sogenannte intelligente Stromzähler (Smart Meter) ausgetauscht. Durch den intelligenten Stromzähler ist es dem Verbraucher erstmals möglich, seinen Energieverbrauch in Echtzeit über ein Display zu überwachen und evtl. versteckte „Stromfresser“ in seinem Haushalt aufzuspüren. Auch könnte diese Vernetzung Haushaltsgeräte steuern. Die Waschmaschine z.B. könnte anstatt mittags, wenn Sie die Energie zum Kochen, Fernsehen oder dergleichen nutzen sich automatisch nachts einschalten, dadurch den günstigeren Stromtarif nutzen und Ihnen bares Geld sparen.
Mit den momentanen „dummen“ Stromzählern ist es dem Verbraucher nur möglich seinen monatlichen Verbrauch zu schätzen. Jeder kennt die Gefahr am Ende des Jahres eine hohe Stromnachzahlung befürchten zu müssen.
Die neue Technologie erfordert neuartige Haushaltsgeräte, von denen erste gerade auf den Markt kommen. Sie können sich über die Smart Meter mit dem Stromlieferanten über den momentanen Stromverbrauch austauschen. Durch diesen Informationsaustausch ist der Stromlieferant in der Lage die Stromverteilung besser zu steuern. Das ist wichtig, weil Strom in den herkömmlichen Netzen nicht gespeichert werden kann. So könnten Netzüberlastungen und Überproduktionen vermieden werden.
Smart Grids werden zukünftig auch Speicher für Strom benötigen. Stromüberschüsse werden in Akkus gespeichert werden, die dann Elekroautos oder andere, vorher mit Verbrennungsmotoren ausgestattete Geräte und Fahrzeuge antreiben.
Dies erfordert Abrechnungs- und Steuerungssysteme, da Stromproduktion und Stromabnahme nicht synchron verlaufen.
Der Verbraucher hat auch viele Vorteile von dieser innovativen Technologie, da Strom in Zeiten der Überschussproduktion günstiger abgegeben wird, als in Zeiten des Spitzenverbrauches.
Strom schätzen?
"Mit den momentanen „dummen“ Stromzählern ist es dem Verbraucher nur möglich seinen monatlichen Verbrauch zu schätzen."
Das würde ich eher nicht behaupten, denn ich kann sehr wohl ablesen, was ich monatlich verbrauche, wenn ich regelmäßig nachschaue (z.B. am 1. und 31.). Wenn man es dazu dann noch in eine Excel-Tabelle einträgt, fällt es zudem leicht, herauszufinden, wieviel Strom ich in welcher Jahreszeit verbrauche: Im Sommer z. B. weniger, weil ich eher Salat esse als Gekochtes oder nicht so heiß dusche, in der Übergangszeit vielleicht mehr, weil die Heizung noch nicht an ist, ich es aber morgens im Bad mittels Heizlüfter kuschlig haben möchte.
Ich kann sogar feststellen, wieviel die Waschmaschine verbraucht, wenn ich ablese, bevor ich sie anstelle und danach wieder. Stellen Sie sich aber nicht daneben, wenn der Wäschetrockner läuft - könnte sein, daß Ihnen schwindlig wird ;-)