Die vier Hochhäuser am Hans-Böckler-Platzes wurden in den 60er Jahren erbaut und sollten der Stadt Mülheim an der Ruhr eine städtische Neuordnung geben und sie in einer neuen Dimension darstellen. Mit der Zeit wurde das Wohnen in den Hochhäusern allerdings als eher unattraktiv empfunden und der Betreiber stellte im Jahr 2000 die Überlegung an, den nur noch zu 46 % belegten Hans-Böckler-Platz 5 abzureißen oder anders zu nutzen. Aufgrund der Lage des Gebäudes wurde schnell entschieden, das Gebäude anderweitig zu nutzen. Die Idee des technischen Rathauses wurde geboren.
Das technische Rathaus wurde komplett saniert. Die Außenfassade wurde neu isoliert und alle Fenster wurden durch moderne wärmeschutzverglaste Fenster ersetzt. Auch die Beleuchtung wurde durch Energiesparlampen ersetzt und häufig genutzte Verkehrsflächen wie z.B. das Treppenhaus werden temporär über Bewegungssensoren beleuchtet.
Früher wurde das Gebäude über eine Gas- Blockheizung bestehend aus vier Kesseln mit Wärme versorgt. Heute ist das Gebäude an das Nahwärmeversorgungnetz der medl angeschlossen und die Kessel wurden abgeschafft. Von dort werden neben Wärme auch Strom geliefert. Der Wärmeverbrauch des Gebäudes lag 2004 bei einer Auslastung von 46% bei 1333 MWh. Das heutige Gebäude hat einen Wärmeverbrauch bei voller Auslastung von 721 MWh. In CO2 umgerechnet sind das 157 t/Jahr, die eingespart werden könnten.
Das technische Rathaus wurde 2009 sogar bei dem Bundesweiten Wettbewerb „kommunaler Klimaschutz“ ausgezeichnet. Auch in InnovationCity sollen Energien effizienter und sparsamer eingesetzt werden.
Das technische Rathaus produziert durch ein Photovoltaikanlage an der Südseite des Gebäudes rund 31.000 kWh Strom im Jahr. Die 190 Module, die einer Größe von 250 m² entsprechen helfen, den CO2 Ausstoß jährlich um etwa 18.000 kg zu senken. Auch der restliche Stromverbrauch der Gebäudes ist im Vergleich zu früher enorm gesunken, sodass auch hier ca. 152 t CO² eingespart werden können. Das technische Rathaus ist somit ein gutes Beispiel zur Energieerzeugung durch Kraft-Wärme Kopplung und Effizienz.
Es gibt aber auch noch ganz andere Vorteile, die nicht nur aus der Technik oder Energienutzung resultieren. Durch die zentrale Lage des Gebäudes und der enormen Kapazität wurden viele Ämter, die vorher sehr verstreut im Stadtgebiet lagen, nun in einem Gebäude vereint und können bequem zu Fuß, per ÖPNV oder mit dem Fahrrad erreicht werden. Auch der Transportweg von Papier zwischen den Ämtern, der meist mit einem dienstlichen Fahrzeug getätigt wurde, fällt somit weg. So kann pro Jahr wiederum 12 t CO² eingespart werden.
So können insgesamt 339 t CO² pro Jahr eingespart werden.