Das Auto ist wohl mit eines der bequemsten und komfortabelsten Verkehrsmittel. Durch die hohe Flexibilität und Reichweite eines Autos ist man auch recht ungebunden. Doch Kraftfahrzeuge der herkömmlichen Art benötigen fossile Brennstoffe wie Öl oder Gas. Sie emittieren großen Mengen des klimaschädlichen CO2 und gelten daher als "Umweltsünder".
Die Einwohner Mülheims legen derzeit rund 475.000 Wege und Fahrten an einem durchschnittlichen Werktag zurück. Dabei fallen insgesamt 60% auf den motorisierten Individualverkehr, 17% der Wege werden mit Bahn und Bus, 20% zu Fuß und 3% mit dem Fahrrad zurückgelegt. Viele Menschen benötigen ihre Fahrzeuge für den Weg zur Arbeit oder zum Einkauf. Nicht jeder kann auf ein Auto verzichten.
Es gibt viele Möglichkeiten den Einsatz des Autos zu reduzieren und den CO2 Ausstoß zu vermindern. Gelegenheitsautofahrer können sich bei einem sogenannten Car Sharing Unternehmen anmelden. Diese Unternehmen besitzen und pflegen einen Fahrzeugpool, den die Mitglieder individuell nutzen können. Dies ist weitaus günstiger ist, als der Unterhalt eines eigenen Autos. Im Mülheim gibt es bislang nur einen Anbieter. Auch hier regeln das Angebot und die Nachfrage den Markt.
Wer nicht auf ein eigenes Auto verzichten mag, kann trotzdem zur CO2 Minderung beitragen. Durch eine angepasste, niedrigtourige Fahrweise lässt sich der Verbrauch von Kraftstoff senken. Auf Kurzstrecken ist der Kraftstoffverbrauch besonders hoch. Auf den ersten 3 km nach einem Kaltstart wird etwa doppelt so viel verbraucht, wie auf längeren Strecken. Es gibt viele Verhaltensanpassungen, die den Kraftstoffverbrauch senken, den CO2 Ausstoß mindern und den Geldbeutel schonen wie:
- Mehrere Dinge mit einer Fahrt zu erledigen
- Fahrgemeinschaften zu bilden
- Reifendruck zu überprüfen, da schon ein Reifendruck von minus 0,5 bar einen erhöhten Kraftstoffverbrauch von 0,6 l auf 100 km verursachen kann
- Das Auto von unnötigen Gewicht zu befreien z. B. durch Leerung des Kofferraumes
Dies allein wird nicht reichen, um den CO2 Ausstoß in ausreichendem Umfang zu mindern.
Auch die Autoindustrie befindet sich im Wandel. Neue Technologien wie z.B. Hybridfahrzeuge oder Elektroautos kommen auf den Markt. In Mülheim wurden bereits die ersten Elektrotankstellen eröffnet, die Strom aus regenerativer Energieerzeugung liefern. Sie sind umweltfreundlich und klimaneutral.
In der zukünftigen InnovationCity wird der Versuch unternommen, bis 2020, den CO2 Ausstoß um etwa die Hälfte zu reduzieren. Ein Beitrag dazu ist die Nutzung neuer technische Entwicklungen, sowie die teilweise Verlagerung des Individualverkehrs aufs Rad, den Fußweg und den öffentlichen Nahverkehr.
Zukünftige Szenarien gehen davon aus, dass der Strom für Elektrofahrzeuge an vielen Orten und auch zu Hause getankt werden kann z.B. aus Solaranlagen (Photovoltaik).
Mit dem Auto
Natürlich können wir Bürger bei entsprechender Fahrweise zur Verringerung der Umweltbelastung beitragen. Mir fehlt in diesem Zusammenhang allerdings die Aktivität der Verwaltung. Durch an das Verkehrsaufkommen angepasste Ampelschaltung (grüne Welle) kann der CO² Ausstoß deutlich vermindert werden. Wenn auf den ersten 3 km nach einem Kaltstart etwa doppelt so viel verbraucht wird, wie auf längeren Strecken, so liegt der Verbrauch -und damit der CO² Austoß- vor allem durch das ständige Wiederanfahren bei auf "Rot" geschalteten Straßenzügen noch deutlich höher. Eine weitere Verbesserung wäre durch die Ausschaltung einer großen Zahl eigentlich unnötiger Ampeln zu erzielen, zumal nur dann eine niedrigtourige Fahrweise überhaupt erst möglich wird. Im Projekt "SimplyCity" habe ich gelernt, dass der Sicherheitsaspekt, dem die Verwaltung den Vorrang einräumt, nicht mehr stichhaltig ist, da Ampelkreuzungen eher unfallträchtiger sind als nicht regulierte Kreuzungen.