Die Mülheimer Verkehrs AG (MVG) wird in diesem Jahr ihren ersten Hybrid-Bus bekommen. Das Fahrzeug wird, so Sprecher Nils Hoffmann, spätestens im dritten Quartal auf den Straßen rollen.
Für die Via Verkehrsgesellschaft mbH (Via), zu der sich die Verkehrsunternehmen MVG, EVAG, DVG zusammengeschlossen haben, werden insgesamt drei dieser Busse angeschafft, die zusätzlich Elektromotoren enthalten, also mit Dieselkraftstoff und/oder elektrischem Strom betrieben werden können.
Der Bus wird nicht nur auf den energiesparenden flachen Strecken, sondern auf allen Linien eingesetzt werden. Denn das Fahrzeug muss sich sozusagen als erster Vertreter seiner Art testweise im Alltagsbetrieb beweisen und zeigen, was es alles kann. Nicht nur auf den „Schonstrecken“: „Natürlich“, so Hoffmann, „muss der Bus auch die Ruhrhöhen hochkommen.“
Hybrid
Wenn ich es richtig sehe, handelt es sich hierbei um einen seriellen Hybridbus. Das heißt, mit dem Dieselaggregat wird einzig und allein die Batterie aufgeladen, der Bus wird ausschließlich mit Elektromotoren angetrieben und die Bremsenergie landet auch wieder in der Batterie. Das A & O dieser Entwicklung scheinen wohl die neuartigen Stromspeicher zu sein, die mit den bisherigen Säure-Akkus in keiner Weise vergleichbar sind.
Da drängt sich natürlich die Frage auf, ob die neuen Stromspeicher nicht auch im Straßenbahnbetrieb Anwendung finden können. Die Batterien würden dann vor allem nachts im Betriebshof mit Strom aus der Oberleitung aufgeladen, morgens würden dann die Bahnen mit Batteriestrom starten. Der Pantograph würde erst benötigt, wenn die Batterie fast leer ist. Dann würde während der Fahrt Strom „nachgetankt“. Sind die Batterien wieder aufgeladen, wird der Pantograph wieder für einige Kilometer nicht gebraucht. Und so weiter.
Natürlich kann man die Frage stelle, ob sich das Ganze überhaupt lohnt.. Ich sehe die Vorteile vor allem darin,
· dass die Bremsenergie besser genutzt werden kann,
· dass es weniger Verschleiß im Bereich Pantograph/Oberleitung gibt,
· dass nicht bei jedem Baustellenprovisorium die Oberleitung neu verlegt werden muss
· und dass bei Stromausfall mindestens bis zur nächsten Haltestelle weiter gefahren werden kann.
Der Clou aber ist, dass der Stromverbrauch wesentlich besser auf den ganzen Tag verteilt werden kann. Die Stromspeicher könnten beispielsweise schon zwischen 1:00 Uhr und 6:00 Uhr mit dem Strom "betankt“ werden, der zwischen 7:00 Uhr und 8:00 Uhr gebraucht wird.