Fast 90 Prozent der Energie in einem privaten Haushalt werden zum Heizen und für Warmwasser verwendet. Rund drei Viertel davon entfallen auf die Raumwärme. In Altbauten, die noch nicht energetisch saniert worden sind, entweicht bisher ein Großteil der eingesetzten Energie durch Wände, Fenster, Dach, Türen oder den Fußboden. Auch alte Heizkessel, sowie überdimensionierte, falsch eingestellte und ineffiziente Umwälzpumpen haben einen zu hohen Gas-, Öl- und Stromverbrauch zur Folge. Dies schadet nicht nur unserer Umwelt, sondern ist langfristig betrachtet auch richtig teuer. Im Projektgebiet der InnovationCity befinden sich 7918 Wohngebäude, wovon 3405 Einfamilienhäuser sind, 4216 kleine Mehrfamilienhäuser, 278 große Mehrfamilienhäuser und 19 Hochhäuser mit mehr als 30 Wohneinheiten.
Der überwiegende Teil dieser Häuser wurde vor 1978 gebaut, allein 2707 der Wohngebäude sind vor 1948 erbaut worden. Damals gab es noch keine Wärmeschutzbestimmungen. So sind viele dieser Häuser, in einem baulichen Zustand, der es lohnenswert macht, eine energetische Sanierung zu prüfen.
Mit einer sogenannten energetischen Sanierung wird der Energieverbrauch von Heizung, Warmwasser und Lüftung deutlich gesenkt, die Energieeffizienz erheblich gesteigert. Altbauten müssen dafür besser gedämmt und ineffiziente Heizungen durch moderne Anlagen ersetzt werden. Besonders effizient sind Nahwärmeversorgungen. Für Neubauten brauchen werden andere innovative Konzepte erforderlich sein.
Es gibt eine Vielfalt von bewährten Maßnahmen aber auch technischen Neuerungen, um den Energieverbrauch zu minimieren, hierzu zählen
- Außenwanddämmung
- Dachdämmung
- Fenstersanierung
- Heizungssanierung ( Niedertemperaturkessel , Brennwertkessel , Mikro-KWK , Wärmepumpe, Nahwärmeversorgung)
- Kellerdeckendämmung
- Solarthermie zur Warmwasser- und/oder Heizungsunterstützung
Ein Haus sollte bei einer energetischen Sanierung immer als Ganzes betrachtet werden, um Bauschäden zu vermeiden. Die Maßnahmen sind verschieden kombinierbar und es sollte vor Beginn einer energetischen Sanierung ein Energieberater hinzugezogen werden, um die Maßnahmen individuell für das jeweilige Gebäude zu optimieren.
Mit einer sinnvollen Auswahl und Kombination solcher Maßnahmen lässt sich der Energiebedarf in Altbauten in Einzelfällen um bis zu 90 Prozent verringern, im Durchschnitt immerhin um rund 50 Prozent. Für eine zukünftige InnovationCity Mülheim wäre , bei dem vorhandenen Hausbestand und rein technisch betrachtet, ein enormes CO2 Einsparpotential von mindestens 50% vorhanden.
Hierfür gibt es eine kaum überschaubare Anzahl von Förderprogrammen. Allein die KfW Förderbank hat ihre Programme für energieeffizientes Bauen und Sanieren seit Januar 2009 deutlich ausgeweitet. In InnovationCity sollen Förderprogramme auf ein Gebiet konzentriert und ausgebaut werden. Umfassende und unabhängige Beratungen sollen Grundeigentümern, Mietern und den Bürgern insgesamt bei der Umsetzung von Maßnahmen helfen.
Update
Helle Freude vorgestern: Unsere kleine Hausgemeinschaft hat 47 (undpaarkleine) Prozent Erdgas eingespart - die letzte Nachzahlung und der Schock darüber, verbunden mit Gesprächen über mein persönliches Heiz- und Lüftungsverhalten und einigen kleinen Verbesserungen bei allen hat diesen Effekt gehabt, der uns sehr positiv überraschte, denn damit hatte niemand gerechnet.
Glückwunsch! Das nenne ich
Glückwunsch!
Das nenne ich Einsatz!
Mein Beitrag
Dankenswerterweise habe ich einen (privaten) Vermieter, der sowohl das Haus (BJ 1908) schon vor 10 Jahren von außen super gedämmt wie auch die Fenster erneuert hat. Mein eigener Beitrag zur Energieersparnis konnte nur noch sein, mein persönliches Heizverhalten anzupassen: Ab Herbst wärmere Kleidung auch im Haus (Pullover, warme Strümpfe), Stoßlüften, heiße Getränke. Ich habe seit meinem Einzug und trotz mehrmaliger Gaspreiserhöhung nur ein einziges Mal knapp 20 € nachzahlen müssen (meist Rückzahlungen erhalten), obwohl meine Vorauszahlung nicht erhöht wurde - es ist sehr einfach, man muß nur wollen. Netter kleiner Nebeneffekt: Seit Jahren verschont mich meine Frühjahrserkältung.